Dr. Andreas Mauch
Dr. Andreas Mauch

Unterdrückung aus der Sicht der Homöopathie

Mit dem Thema „Unterdrückung“ gerät man schnell zwischen die teilweise verfeindeten Lager von Schulmedizin und Homöopathie. Grund dafür ist, dass dieser Begriff an der Basis, dem Grundverständnis der jeweiligen medizinischen Ausrichtung rührt. Um zu verstehen, worauf es dabei ankommt, lassen Sie mich bitte etwas ausholen.

 

In der Schulmedizin (die ich im Übrigen in vielen Fällen, die der Homöopathie aus zahlreichen Gründen nicht zugänglich sind, auch ausübe) werden häufig Veränderungen verschiedener Organe und Körperregionen als eigenständige Erkrankungen gesehen und behandelt. Beispielsweise hat aus dieser Sicht ein Ekzem nichts oder nicht viel mit einem Heuschnupfen oder einem Asthma zu tun. Logischerweise werden diese „Zeichen des Körpers“ auch von verschiedenen (Fach)Ärzten behandelt, die häufig auch nichts von einander wissen. Erst durch die Nebenwirkungen, beispielsweise eines Blutzuckeranstiegs durch ein Cortisonpräparat wird der Hausarzt dann auf Zusammenhänge im Körper des Patienten hingewiesen. Viele Menschen sehen die Symptome, die ihr Körper hervorbringt (in Folge der Sicht der Schulmedizin) ebenfalls als voneinander unabhängige Erscheinungen.

 

In der Klassischen Homöopathie haben die Erfahrungen mit Krankheit und Heilung gelehrt, dass alles mit allem zu tun hat und dass zum Beispiel Hautausschläge manchmal lediglich auf tiefere, ernstere Krankheiten des Patienten hinweisen. Samuel Hahnemann erkannte dies in genialer Weise und beschrieb seine Erkenntnisse im §201 des Organon so: „….

 

„Offenbar entschließt sich (instinktartig) die menschliche Lebenskraft, wenn sie mit einer chronischen Krankheit beladen ist, die sie nicht durch eigne Kräfte überwältigen kann, zur Bildung eines Local-Uebels an irgend einem äußern Theile, bloß aus der Absicht, um, durch Krankmachung und Krankerhaltung dieses zum Leben des Menschen nicht unentbehrlichen äußern Theils, jenes außerdem die Lebensorgane zu vernichten und das Leben zu rauben drohende, innere Uebel zu beschwichtigen und, so zu sagen, auf ein stellvertretendes Local-Uebel überzutragen, es dahin gleichsam abzuleiten. Die Anwesenheit des Local-Uebels, bringt auf diese Art die innere Krankheit vor der Hand zum Schweigen, ohne sie jedoch weder heilen, noch wesentlich vermindern zu können. Indessen bleibt immer das Local-Uebel weiter nichts, als ein Theil der Gesammtkrankheit, aber ein, von der organischen Lebenskraft einseitig vergrößerter Theil derselben, an eine gefahrlosere (äußere) Stelle des Körpers hin verlegt, um das innere Leiden zu beschwichtigen. Es wird aber wie gesagt, durch dieses, die innere Krankheit zum Schweigen bringende Local-Symptom, von Seiten der Lebenskraft für die Minderung oder Heilung des Gesammt-Uebels so wenig gewonnen, daß im Gegentheile dabei das innere Leiden dennoch allmälig zunimmt und die Natur genöthigt ist, das Local-Symptom immer mehr zu vergrößern und zu verschlimmern, damit es zur Stellvertretung für das innere, vergrößerte Uebel und zu seiner Beschwichtigung noch zureiche. Die alten Schenkelgeschwüre verschlimmern sich, bei ungeheilter, innerer Psora, der Schanker vergrößert sich bei noch ungeheilter, innerer Syphilis und die Feigwarzen vermehren sich und wachsen, so lange die Sykosis nicht geheilt ist, wodurch die letztere immer schwieriger und schwieriger zu heilen wird, so wie die innere Gesammtkrankheit mit der Zeit von selbst wächst.“

Samuel Hahnemann Organon 6. Auflage, 1833: http://www.homeoint.org/books4/organon/org200.htm

 

Ist also beispielsweise das Erscheinen eines Hautausschlages ein Zeichen von Schwächung des Organismus? Nein, meint die Homöopathie, dieser Ausschlag ist Zeichen der Lebenskraft dieses Menschen, denn er schützt den übrigen Organismus „vor einem schlimmeren Übel“ an anderer Stelle. Wenn wir also das für diesen Menschen in diesem Moment „homöopathische“ Mittel finden, verschwindet nicht nur der Hautausschlag, den die Lebenskraft benötigte, um „das Übel“ von zentralen Organen fernzuhalten, sondern eben die tiefer liegende Veränderung kann auch in Richtung Heilung bewegt werden. Dies ist der Kern der homöopathischen Therapie! So kann man beispielsweise häufig nach einem homöopathisch behandelten Infekt bei Kindern einen Entwicklungsschub sehen.

 

Unterdrückung bedeutet in diesem Sinne nun, ein Lokalsymptom, wie zum Beispiel einen Ausschlag durch eine Cortisoncreme, einen Schnupfen durch ein Schnupfenspray oder den Achselschweiß durch ein Deo zu „behandeln“, der Lebenskraft, also gerade der Fähigkeit des Organismus, diesen Ausschlag, Schnupfen, Schweiß zu erzeugen, um sich zu entlasten, einen Schaden zuzufügen. Bei gut erhaltener Lebenskraft erzeugt der Körper dieses Symptom immer und immer wieder, kompensiert also diese Unterdrückung, erst bei nachlassender Lebenskraft gehen Symptome weg und „nach innen“. Jetzt kann eine Verlagerung der Erkrankung und der Ausbruch einer ernsteren Krankheit gebahnt worden sein.

 

Um Unterdrückungen „aufzubrechen“, gibt es aus der Erfahrung der Klassischen Homöopathie eine Vielzahl an Mitteln, die alte Symptome und Beschwerden (die der Patient schon kennt) hervorbringen.  Aber nur dem homöopatisch Erfahrenen erscheint dieser Verlauf als Zeichen der Heilung. Der Körper muss oft nicht richtig Ausgeheiltes noch einmal hervorbringen, um es wirklich auszuheilen. So ist auch der Begriff der Erstverschlimmerung oder Erstreaktion zu verstehen. Für die vielen, die nur einfach ihre Beschwerden ganz schnell loswerden wollen, ist die Unterdrückung eine (kurzfristig) befriedigende Maßnahme. Wirkliches Gesundwerden im Sinne Hahnemanns ist das nicht und mit großer Wahrscheinlichkeit eine allmähliche Schwächung der Lebenskraft.

 

 

Kontakt und Terminvereinbarung

Praxis

Am Anger 6
84069 Schierling

 

Telefon: 09451 - 3998

Fax:       09451 - 2771

 

Email:

info@dr-andreas-mauch.de

 

Unsere Sprechzeiten:

Montags

08:00-11:30  16:30-19:00

 

Dienstags & Donnerstags & Freitags

08:00-11:30   

      

Mittwochs

16:30-19:00

 

Weitere Termine nach Vereinbarung.

 

Außerhalb unserer Sprechzeiten erreichen Sie jederzeit einen Arzt über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst Bayern unter folgender Rufnummer an:

0180-5-191212

 

In Notfällen:

Rettungsleitstelle Regensburg

0941-19222

Willkommen !

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Praxis

Diese Homepage wurde mit 1&1 IONOS MyWebsite erstellt.